Die Website ist modern. Die Leistungen stehen im Menü. Ein Kontaktformular gibt es auch. Trotzdem bleibt das Postfach verdächtig entspannt.
Wenn deine Website zu wenige passende Anfragen bringt, prüfe zuerst drei Dinge: Erreichst du die richtigen Menschen? Verstehen sie dein Angebot und vertrauen dir? Funktioniert der Weg zur Kontaktaufnahme? Je nach Engpass können bessere Inhalte, eine passende Zielseite oder ein repariertes Formular mehr helfen als ein kompletter Relaunch.
Diese drei Fragen geben die Richtung vor:
- Passende Besuche: Über welche Suchanfragen, Anzeigen oder Empfehlungen kommen Interessierte auf die Website?
- Orientierung und Vertrauen: Erkennen sie, ob du ihr Problem lösen kannst – und woran sie das festmachen können?
- Kontakt: Wissen sie, was der nächste Schritt ist, und kommt ihre Anfrage zuverlässig bei dir an?
Sieben mögliche Engpässe – und was du dagegen tun kannst
1. Es kommen zu wenige oder die falschen Besucher:innen
Viele Besuche helfen wenig, wenn die Menschen etwas anderes suchen, als du anbietest. Ein Betrieb für Industrieanlagen braucht vor allem Kontakte mit einem passenden Bedarf.
Prüfe: Welche Suchanfragen und Einstiegsseiten führen zu Interesse? Passen Angebot, Zielregion und erwartete Information zusammen? Beziehe auch Rückmeldungen aus bestehenden Anfragen ein.
Verbessere: Richte wichtige Seiten auf konkrete Leistungen und Kundenfragen aus. SEO und Content unterstützen diese Auffindbarkeit. Bei Google Ads müssen Anzeige und Zielseite dasselbe Angebot aufgreifen. Mehr Budget hilft erst, wenn dieser Zusammenhang stimmt.
2. Das Angebot bleibt zu allgemein
„Qualität, Innovation und individuelle Lösungen“ erklärt noch nicht, was du für wen leistest. Formuliere so, wie Kund:innen ihr Anliegen beschreiben. Nutzerbedürfnisse sollten auf Recherche und Gesprächen beruhen, nicht nur auf internen Vermutungen.1
Prüfe: Kann eine Person außerhalb deines Unternehmens nach dem ersten Abschnitt sagen, was du anbietest und für wen?
Verbessere: Benenne Leistung, Zielgruppe und Nutzen konkret. Ein fiktives Beispiel:
„Wir planen und betreuen Gebäudeautomation für Gewerbeobjekte, damit Heizung, Beschattung und Energieverbrauch zentral steuerbar bleiben.“
Das schafft mehr Orientierung als „ganzheitliche Lösungen“. Verwende dabei vertraute Begriffe und erkläre notwendige Fachwörter.2
3. Die Leistungsseite lässt Entscheidungsfragen offen
Interessierte möchten wissen, ob dein Angebot zu ihrer Situation passt. Eine Liste aus Beratung, Planung und Umsetzung reicht dafür selten aus.
Prüfe: Welche Fragen kommen in Erstgesprächen immer wieder? Welche Informationen fehlen vor einer Anfrage?
Verbessere: Erkläre auf der Leistungsseite, was enthalten ist, wie die Zusammenarbeit abläuft und welche Angaben du für den Einstieg brauchst. Wenn Aufwand oder Preis stark variieren, benenne die Faktoren. So können Menschen ihre Ausgangslage besser einordnen, ohne sich bereits auf ein Projekt festlegen zu müssen.
4. Es fehlen greifbare Belege
„Erfahren“ ist eine Selbsteinschätzung. Ein nachvollziehbares Projekt zeigt, was du tatsächlich umgesetzt hast. Sichtbare Ansprechpartner:innen, überprüfbare Aussagen und leicht auffindbare Kontaktdaten helfen bei der Einschätzung eines Anbieters.3
Prüfe: Steht dort, wo Zweifel entstehen könnten, eine konkrete Antwort oder nur eine weitere Behauptung?
Verbessere: Zeige ein passendes Referenzprojekt mit Ausgangslage, Leistung und nachvollziehbarer Einordnung. Ergänze echte Ansprechpartner:innen und freigegebene Kundenstimmen. Zahlen brauchen Quelle und Zeitraum.
Bei ecreation zeigt die Zusammenarbeit mit Maurhart, wie Website und laufende Betreuung zusammengehören. Die dort veröffentlichten Besuchs- und Klickzahlen beschreiben Reichweite und Nutzung; sie belegen keine Steigerung qualifizierter Anfragen.
5. Der nächste Schritt bleibt unklar
„Kontakt aufnehmen“ lässt offen, was danach passiert. Gerade bei erklärungsbedürftigen Leistungen möchten Interessierte wissen, ob sie bereits ein fertiges Briefing brauchen.
Prüfe: Ist klar, wozu du einlädst und welche Informationen für das erste Gespräch hilfreich sind?
Verbessere: Verbinde eine eindeutige Handlung mit einer kurzen Erklärung. Zum Beispiel: „Beschreibe dein Vorhaben und die aktuelle Ausgangslage. Wir klären gemeinsam den nächsten Schritt.“ Dazu passt ein Button wie „Vorhaben besprechen“. Versprich Rückmeldezeiten oder kostenlose Leistungen nur, wenn sie tatsächlich vereinbart sind.
6. Formular oder Technik erschweren die Anfrage
Jedes zusätzliche Pflichtfeld braucht einen nachvollziehbaren Zweck. Zugängliche Formulare benötigen klare Beschriftungen, verständliche Fehlermeldungen und eine eindeutige Rückmeldung nach der Übermittlung.4
Prüfe: Funktioniert der Kontaktweg auf dem Smartphone und mit der Tastatur? Bleiben Eingaben nach einem Fehler erhalten? Kommt eine Testanfrage bei der zuständigen Person an?
Verbessere: Behebe zuerst Fehler, die Kontakt verhindern. Reduziere Pflichtangaben auf das, was du für die Bearbeitung wirklich brauchst. Teste den gesamten Ablauf bis zum Eingang der Nachricht. Eine sichtbare Danke-Meldung allein belegt noch keine zuverlässige Zustellung.
Auch Ladezeit und eine stabile mobile Darstellung verdienen Aufmerksamkeit. Gute technische Messwerte allein garantieren allerdings weder Rankings noch Anfragen.5
7. Anfrage und Anfragequalität werden nicht unterschieden
Ein Telefonklick zeigt Kontaktabsicht. Er belegt keinen geführten Anruf. Ein erfolgreich übermitteltes Formular ist eine Anfrage, aber noch kein passender Auftrag.
Prüfe: Weißt du, welche Kontakte entstehen und welche davon zu deinem Angebot passen?
Verbessere: Definiere wenige sinnvolle Messpunkte und ergänze Rückmeldungen aus Kundengesprächen. Für die Qualitätsbewertung kann zunächst eine strukturierte manuelle Übersicht reichen. Eine automatisierte CRM-Anbindung ist keine Voraussetzung.
Bei wenigen Anfragen verändern einzelne Fälle die Prozentwerte stark. Verbinde Daten deshalb mit technischer Prüfung und Gesprächen. Welche Messung für deine Ziele sinnvoll ist, gehört zum Bereich Tracking und Conversion-Optimierung. Zweck, Datenumfang und Consent müssen zum jeweiligen Setup passen.
Beispiel: Eine Anzeige passt nicht zur Zielseite
Fiktives Beispiel zur Erklärung, keine ecreation-Kundenreferenz.
Ein Elektrotechnikbetrieb bewirbt „Photovoltaik für Gewerbebetriebe“. Die Anzeige führt auf die allgemeine Startseite. Dort stehen Elektroinstallationen, Alarmanlagen und Photovoltaik gleichberechtigt nebeneinander. Interessierte müssen das beworbene Angebot selbst suchen.
Unsere erste Arbeitshypothese wäre: Der Einstieg führt nicht direkt genug zur erwarteten Information. Ob das der entscheidende Engpass ist, müsste die Prüfung zeigen.
Eine gezielte Verbesserung könnte so aussehen:
- Die Anzeige führt auf eine eigene Seite zur gewerblichen Photovoltaik.
- Diese erklärt Einsatzbereiche, Planungsablauf und Voraussetzungen für eine erste Einschätzung.
- Ein freigegebenes Projekt zeigt die konkrete Umsetzung.
- Der Kontaktabschnitt erklärt, welche Angaben zum Standort und Vorhaben hilfreich sind.
- Die erfolgreiche Übermittlung wird technisch geprüft; die Qualität eingehender Anfragen wird getrennt bewertet.
Danach prüfen wir, ob sich passende Anfragen entwickeln. Unterschiede können auch durch Nachfrage, Budget oder Saison entstehen. Ein Vorher-nachher-Vergleich allein beweist deshalb keine Ursache.
So gehen wir bei einer bestehenden Website vor
Wir beginnen mit deinem Angebot, den gewünschten Anfragen und der vorhandenen Website. Dazu kommen verfügbare Daten und Fragen aus deinen Kundengesprächen. Daraus leiten wir ab, welche Engpässe genauer geprüft werden sollten.
Anschließend priorisieren wir die Arbeit: zuerst technische Hindernisse und fehlende Orientierung, danach weitere Verbesserungen an Inhalten, Belegen oder Sichtbarkeit. Je nach Ausgangslage passen gezielte Änderungen oder ein umfassenderes Website-Projekt.
Zur Umsetzung gehört die anschließende Prüfung: Funktioniert der Kontaktweg? Werden die Leistungen verständlicher? Welche Rückmeldungen kommen aus tatsächlichen Anfragen? So verbindet unsere Arbeitsweise Strategie, Umsetzung und laufende Verbesserung. Den konkreten Umfang stimmen wir mit dir ab.
Dein kurzer Selbstcheck
- Ist schnell verständlich, was du anbietest und für wen?
- Passt die Einstiegsseite zur Erwartung aus Suche oder Anzeige?
- Werden wichtige Entscheidungsfragen beantwortet?
- Gibt es konkrete, freigegebene Belege?
- Ist der nächste Schritt verständlich erklärt?
- Funktioniert die Kontaktaufnahme mobil und kommt die Nachricht an?
- Unterscheidest du Kontaktabsicht, Anfrage und qualifizierten Kontakt?
Beginne mit dem Punkt, der eine Anfrage verhindert oder die größte Unklarheit erzeugt. Mehrere offene Punkte sind eine Grundlage für Prioritäten – kein automatischer Auftrag für einen Relaunch.
Wann ist ein Relaunch sinnvoll?
Wenn Struktur, Technik oder Inhalte grundlegende Änderungen erschweren, kann ein Relaunch sinnvoll sein. Bei einzelnen Engpässen reichen möglicherweise eine überarbeitete Leistungsseite oder ein verbesserter Kontaktweg. Entscheidend ist, welcher Aufwand nötig ist, um die Website wieder sinnvoll für dein Angebot einzusetzen.
Quellen
-
Government Digital Service: Learning about users and their needs. Methodische Grundlage für die Ermittlung von Nutzerbedürfnissen. ↩
-
Nielsen Norman Group: 10 Usability Heuristics for User Interface Design. Allgemeine Prinzipien zu verständlicher Sprache und vertrauten Bedienmustern. ↩
-
Stanford Persuasive Technology Lab: Stanford Guidelines for Web Credibility, 2002. Ältere Grundlagen zur Glaubwürdigkeit, keine aktuelle Conversion-Benchmark. ↩
-
W3C Web Accessibility Initiative: Forms Tutorial. Empfehlungen für zugängliche Formulare. ↩
-
Google Search Central: Understanding Google Page Experience. Technische Seitenerfahrung ist keine Garantie für Suchpositionen; eine Anfragewirkung wird daraus hier nicht abgeleitet. ↩